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Saison-Aus abgewendet KAC lässt Bozen am Leben

Der HCB Südtirol Alperia hat am Dienstagabend Klagenfurts Halbfinaleinzug verhindert und mit einem leidenschaftlichen Auftritt ein klares Lebenszeichen nach Kärnten gesendet.

Was für ein Auftritt des Meisters: Mit viel Einsatz und Spielwitz rang der amtierende Titelträger den Klagenfurter AC nieder und verlängerte die Serie zumindest bis kommenden Freitag. Der HC Bozen feierte vor 4.500 Zuschauern einen verdienten 4:2-Erfolg.

KAC-Goalie Lars Haugen hatte in der Eiswelle einen arbeitsreichen Abend.

In einem von individuellen Fehlern gekennzeichneten Startdrittel legten beide Teams los wie von der Tarantel gestochen. Nach einem aggressiven Forechecking von Daniel Frank und Dan Catenacci und dem folgenden Puckgewinn, vollstreckte Marco Insam im Slot zum 1:0. Zu diesem Zeitpunkt waren erst 125 Sekunden gespielt. 20 Sekunden später leistete sich Catenacci an der eigenen blauen Linie einen leichtfertigen Scheibenverlust, Daniel Obersteiner nahm das Geschenk dankend an und erzielte mit seinem ersten EBEL-Tor den postwendenden Ausgleich.

In dieser Gangart ging es weiter: In der 5. Minute zog der in Klagenfurt sehnlichst vermisste Markus Nordlund vom Flügel vors Tor und verwertete einen eigenen Rebound zur neuerlichen HCB-Führung. Diese sollte jedoch wieder nicht lange halten, denn noch vor der ersten Pause kamen die „Rotjacken“ zum zweiten Treffer. David Fischer umkurvte das Bozner Gehäuse und spielte den Puck in den Torraum, dort lenkte ihn Daniel Glira mit dem Schlittschuh unglücklich über die Linie.

Foxes spielen groß auf

In der ersten Pause zogen beide Teams offenbar ihre Lehren aus dem turbulenten Startdrittel und schalteten zunächst einen Gang zurück. Erst weit nach Hälfte des Spiels ging wieder die Post ab – dafür aber so richtig! Beflügelt durch ein Überzahlspiel warf Bozen alles nach vorne und ging zum dritten Mal in Führung. Luca Frigo gab einem Campbell-Schuss die entscheidende Richtungsänderung und nahm Lars Haugen im KAC-Kasten jede Abwehrchance. Unmittelbar danach bot Alex Petan den Fans ganz großes Kino: Mit einem No-Look-Pass durch die eigenen Beine setzte er Riley Brace blendend in Szene, der die Scheibe aber alleinstehend vor Haugen um wenige Zentimeter neben das Tor setzte. Nun verwandelte sich die Eiswelle erstmals an diesem Abend in einen Hexenkessel. Mit tosendem Beifall wurden die Cracks in die zweite Pause verabschiedet.

Insam trifft zweifach

Auch nach Wiederbeginn war die kürzere Personaldecke bei den Südtirolern zu keinem Zeitpunkt erkenntlich. Die Foxes fuhren die Checks weiter zu Ende und warfen sich in jeden Schuss. So schafften sie es, den knappen Vorsprung bis in die Schlussphase zu retten. In der kochten die Emotionen dann ein ums andere Mal hoch. Erst 10 Sekunden vor Schluss konnten sich die Fans die Schweißperlen von der Stirn wischen, als Insam ins leere Tor schoss und Bozens ersten Playoff-Sieg in Stein meißelte.

HC Bozen– Klagenfurter AC 4:2 (2:2, 1:0, 1:0)

HCB: Smith (Treibenreif); Nordlund-Glira, Geiger-Campbell, Marchetti; Frigo-Bernard-Miceli; Brace-Blunden-Petan, Frank-Catenacci-Insam;; Deluca-Kuparinen-Carozza, Schweitzer.
Coach: Clayton Beddoes

KAC: Haugen (Madlaner); Comrie-Fischer, Harand-Schumnig, Strong-Unterweger, Schnetzer-Sticha; Kozek-Koch-Neal, Bischofberger-Wahl-Kreuzer, Geiger-Hundertpfund-Obersteiner, Kraus-Liivik-Witting.
Coach: Petri Matikainen

Tore: 1:0 Insam (2.05), 1:1 Obersteiner (2.25), 2:1 Nordlund (4.51), 2:2 Fischer (14.04), 3:2 Frigo (35.49), 4:2 Insam (59.50)

Stand in der Best-of-Seven-Serie: 1:3

 

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