Steigende Immobilienpreise setzen die Erschwinglichkeit von Eigenheimen im Euroraum unter Druck, wie aus einer aktuellen Analyse hervorgeht. Besonders in Österreich sind die Preise für Wohnungen und Häuser im Vergleich zum durchschnittlichen Nettoverdienst stark gestiegen. Dieser Trend wird durch Faktoren wie Zinserhöhungen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB), strengere Kreditvergaberegeln und eine verringerte Nachfrage beeinflusst.

Seit Beginn des Jahres sind die Immobilienpreise in einigen österreichischen Regionen sogar “real” (inflationsbereinigt) gesunken, was auf die genannten Faktoren zurückzuführen ist. Dennoch war in den Jahren davor ein anhaltender Anstieg zu verzeichnen. Eine aktuelle Studie der UniCredit Bank Austria untermauert diesen Trend. Die Leistbarkeit von Wohnimmobilien, gemessen am Verhältnis der Nettoeinkommen zu den Immobilienpreisen, hat seit 2009 abgenommen. Besonders stark ist dieser Rückgang in Luxemburg und Österreich zu beobachten. Im Gegensatz dazu haben sich in Ländern wie Italien, Litauen, Lettland und Spanien die Einkommen im Vergleich zu den Immobilienpreisen verbessert.

Die Verschärfung der Geldpolitik durch die EZB seit Mitte 2022 trägt ebenfalls zur Erschwerung der Leistbarkeit von Wohnraum bei. Experten betonen jedoch, dass nicht die Zinsentwicklung, sondern der drastische Preisanstieg für diesen Trend verantwortlich ist. In Österreich haben sich die monatlichen Kosten für die Kreditfinanzierung einer Immobilie seit 2009 mehr als verdoppelt, wobei der Großteil dieser Steigerung auf höhere Immobilienpreise zurückzuführen ist.

Die Immobilienpreise im Euroraum sind seit 2009 um durchschnittlich 45 Prozent gestiegen. Dies entspricht einem jährlichen Anstieg von fast drei Prozent seit der Finanzkrise. Estland verzeichnete den stärksten Anstieg mit einer Verdreifachung der Preise, gefolgt von Luxemburg. Österreich hatte den drittstärksten Anstieg im Euroraum mit einem jährlichen Plus von 6,6 Prozent.

In Österreich sind die Quadratmeterpreise für neu errichtete Immobilien im Jahr 2022 auf rund 5.200 Euro gestiegen, was europaweit zu den höchsten zählt. Trotzdem wird betont, dass Wohnraum in Österreich im Vergleich zu Frankreich, Spanien und Deutschland immer noch relativ erschwinglich ist. Laut dem Deloitte Property Index erforderte der Kauf einer 100 Quadratmeter großen Immobilie 2022 etwa 6,5 Nettojahresgehälter eines österreichischen Haushalts. Im Vergleich dazu sind die Immobilienpreise in mittel- und osteuropäischen Ländern weniger erschwinglich, wobei in der Slowakei sogar fast 14 Jahreseinkommen für den Kauf einer vergleichbaren Immobilie aufgebracht werden müssen.