Gefährliche Keime im Ossiacher See gefunden

Auch im Ossiachersee fanden Experten multiresistente Keime.

Gegen die Bakterien hilft kein Antibiotikum.

Wien. In einigen öffentlichen, gut frequentierten Badegewässern Österreichs fanden Wiener Experten gefährliche Krankenhauskeime, gegen die kein Antibiotikum hilft. Für die meisten Menschen ist das nicht bedenklich, bei Säuglingen, älteren Menschen und Patienten mit stark geschwächtem Immunsystem ist jedoch Vorsicht geboten. Die Studie erschien in der Zeitschrift „Die Bodenkultur“.

Ein Team um Sarah Lepuschitz vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Wien hat im Sommer 2017 landesweit Badestellen nach multiresistenten Keimen abgesucht. Pro Bundesland wurden in drei Seen und Staubereichen, die als „EU-Badegewässer“ deklariert sind, Proben entnommen – also insgesamt in 27 der 263 offiziellen EU-Badegewässer in Österreich.

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Antibiotika reduzieren

„Wir haben Gewässer beprobt, bei denen man am ehesten davon ausgehen kann, solche Keime zu finden“, sagt der Humanmediziner Franz Allerberger von AGES. In vier Badegewässern fanden die Experten multiresistente Bakterien, und zwar im Stausee Forchtenstein im Burgenland, im Ossiachersee in Bodensdorf in Kärnten, im Donau Altarm Greifenstein in Niederösterreich und im Bregenzer Wocherhafen in Vorarlberg. Solche Erreger kennt man bis jetzt vorwiegend aus Krankenhäusern.

92 Prozent der antibiotikaresistenten Keime bei Patienten stammen aus der Humanmedizin, die restlichen acht Prozent kommen aus der Viehzucht, sagt Allerberger. Deswegen sollten die Ärzte den derzeit unnötig hohen Antibiotika-Verbrauch reduzieren. (APA)

Quelle: Die Presse 31.10.2019

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